Apple wird den Großen Preis von Österreich 2026 in den USA kostenlos über Apple TV verfügbar machen. Nutzer benötigen dafür lediglich eine Apple ID und die Apple-TV-App. Das Angebot umfasst das gesamte Rennwochenende mit Trainings, Qualifying und Rennen vom 26. bis 28. Juni am Red Bull Ring in Spielberg.
Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen von Apple und der Formel 1, neue Zuschauer für die Rennserie zu gewinnen. Apple hatte die US-Medienrechte an der Formel 1 zu Beginn der Saison übernommen und soll dafür laut Medienberichten rund 150 Millionen US-Dollar pro Jahr bezahlen.
Bereits zuvor hatte Apple für den Großen Preis von Kanada eine Kooperation mit Netflix vereinbart. Das Rennen wurde auf beiden Plattformen übertragen. Zudem wurde die Netflix-Dokumentationsserie „Drive to Survive“ für Apple-TV-Abonnenten in den USA verfügbar gemacht. Weitere Marketingmaßnahmen umfassten unter anderem Übertragungen auf Großbildschirmen am Times Square in New York, Vorführungen in IMAX-Kinos sowie alternative Formate über den kostenlosen Streamingdienst Tubi.
Mit der kostenlosen Ausstrahlung des Österreich-GP sollen vor allem Gelegenheitszuschauer angesprochen werden. Apple hofft offenbar, diese Fans langfristig für die Formel 1 zu gewinnen und sie zu zahlenden Abonnenten für die weitere Saison zu machen.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Diskussion über die Reichweite der Formel 1 in den USA. Kritiker argumentieren, dass der Wechsel von ESPN zu Apple zwar höhere Rechteerlöse bringe, gleichzeitig aber die Sichtbarkeit der Rennserie einschränke. ESPN gilt weiterhin als einer der wichtigsten Sportsender des Landes.
Apple selbst gibt an, dass die Zuschauerzahlen mit jenen der letzten Formel-1-Saison bei ESPN vergleichbar seien, hat bislang jedoch keine konkreten Reichweiten veröffentlicht. Zum Vergleich: Die Formel 1 erzielte in der vergangenen Saison bei ESPN durchschnittlich 1,32 Millionen Zuschauer pro Rennen und damit einen Rekordwert für den US-Markt.
Die kostenlose Übertragung des Österreich-GP gilt daher als weiterer Versuch, die Bekanntheit der Formel 1 in den Vereinigten Staaten auszubauen und neue Zielgruppen für die Rennserie zu erschließen.