Das Sommertransferfenster 2026 ist geschlossen. Die fünf großen europäischen Ligen haben zusammen mehr als €7,4 Milliarden für Transfers ausgegeben. Angeführt wird der Markt erneut von der Premier League. Wir haben mit Thomas Freismuth, Geschäftsführer der Spielerberatungsagentur Grow, über die Entwicklungen auf dem internationalen Transfermarkt und die daraus für Österreich resultierenden Konsequenzen gesprochen.
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Der Steirer Thomas Freismuth (30) übernahm 2023 die Geschäftsführung der Londoner Spieleragentur Grow. Seine Agentur betreut neben zahlreichen internationalen Spielern unter anderem Österreichs Spieler der Saison Sascha Horvath, Austria-Kapitän Manfred Fischer sowie Hoffenheim-Trainer Christian Ilzer. Im vergangenen Sommer vermittelte Freismuth den teuersten Transfer eines österreichischen Spielers aus der ADMIRAL Bundesliga: Jannik Schuster wechselte um rund €20 Millionen von Red Bull Salzburg zu Brentford FC in die Premier League.
sportsbusiness.at: Wie fällt Ihre persönliche Bilanz des Transfersommers aus?
Thomas Freismuth: Für uns war es eine sehr erfolgreiche Transferperiode, wir konnten für unsere Spieler gute nächste Schritte setzen und auch einige internationale Transfers abwickeln. Grundsätzlich ist das Transferfenster die intensivste Zeit des Jahres für einen Spielerberater. Man darf aber nicht glauben, dass unsere Arbeit nur während dieser Zeit stattfindet. Viele Transfers werden über Monate vorbereitet. Scouting, Gespräche mit Klubs, Vertragsverhandlungen und die sportliche Karriereplanung beginnen teilweise sehr lange vor dem eigentlichen Transfer. Der Sommer hat auf jeden Fall wieder viele Rekorde am Markt gesprengt.
sportsbusiness.at: Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus diesem Transferfenster?
Freismuth: Die Premier League spielt wirtschaftlich inzwischen in einer eigenen Dimension. Die englischen Klubs haben in diesem Sommer laut transfermarkt.de rund €4,1 Milliarden für Transfers ausgegeben. Das ist mehr als fünfmal so viel wie die deutsche Bundesliga mit rund €784 Millionen. Noch interessanter wird es, wenn man sich einzelne Klubs anschaut. Die englischen Aufsteiger verfügen mittlerweile über eine Kaufkraft, die außerhalb Englands selbst für viele etablierte europäische Spitzenklubs außergewöhnlich ist. Das zeigt uns: Es geht längst nicht mehr nur um Manchester City, Liverpool, Manchester United, Chelsea oder Arsenal. Die wirtschaftliche Stärke verteilt sich über einen immer größeren Teil der Premier League. Das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf den restlichen Fußballmarkt.
sportsbusiness.at: Was bedeutet das konkret für den europäischen Transfermarkt?
Freismuth: Es verändert die Kräfteverhältnisse beziehungsweise verschiebt die wirtschaftliche Marktdominanz noch weiter in Richtung England. Eine aktuelle Analyse von Football Benchmark hat die 100 größten Transfers jedes Sommerfensters von 2017 bis 2026 untersucht. 2026 entfielen bereits [...]