Moderne Tracking-Systeme erfassen jeden Herzschlag und jeden Sprint. Die rechtlichen Grenzen definiert der europäische Datenschutz klar – in der Vertragspraxis des Profifußballs verläuft die Trennlinie zwischen harmloser Statistik und intimer Biometrie dennoch fließend.
+ + sportsbusiness.at exklusiv - von Mario Sonnberger + +
In diesen Tagen versammelt Teamchef Ralf Rangnick die Nationalmannschaft der Herren wieder zum Lehrgang. Die Weltmeisterschaft ist aufgearbeitet, und sie zeigt: Moderne Trainingssteuerung hängt heute maßgeblich von präzisen Körperdaten ab. Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland war Österreich das Maß der Dinge, wies nach der Gruppenphase mit durchschnittlich 120,5 Kilometern die höchste Laufdistanz und die intensivsten Sprints aller Teams auf.
Bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika rutschte die Mannschaft in genau diesen physischen Metriken jedoch ins letzte Drittel ab. Das Trainerteam analysierte diesen läuferischen Leistungseinbruch anhand der exakten Tracking-Daten. Aber: Wer bestimmt eigentlich darüber, wem diese Daten gehören?
Das System der FIFA und ihrer Technologiepartner erfasste bei der WM über optische Kameras und spezielle Sensoren im Ball exakt 29 Körperpunkte jedes einzelnen Akteurs, 50-mal pro Sekunde. Solche physischen Tracking-Werte sammeln Ligen, Verbände und darauf spezialisierte Datenfirmen wie Stats Perform (Opta) oder Genius Sports, veredeln sie und lizenzieren sie weiter an Vereine, Medien und Wettanbieter.
Ihre Rechtsgrundlage ist dabei jedoch selten die direkte Einwilligung der Spieler, sondern ...