Der Sportartikelhändler Hervis trennt sich von seinem Auslandsgeschäft. Insgesamt 43 Filialen in Slowenien, Kroatien und Deutschland werden an einen bislang nicht genannten Investor übergeben. Damit richtet das Unternehmen seinen Fokus künftig vollständig auf den österreichischen Markt.
Betroffen sind 21 Standorte in Slowenien, 18 in Kroatien und vier in Deutschland. Wie Hervis mitteilte, übernimmt der Käufer mit sofortiger Wirkung die operative Führung der entsprechenden Auslandsgesellschaften. Angaben zum Investor oder zum Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht.
Der Schritt folgt wenige Monate nach dem Eigentümerwechsel bei Hervis. Anfang 2026 hatte der Salzburger Handelskonzern Spar seine Sporthandelstochter nach mehr als fünf Jahrzehnten verkauft. Neue Eigentümerin wurde die Wiener Quantum Investment Holding GmbH, an der laut Firmenbuch Sven Voth und Udo Schloemer jeweils zu gleichen Teilen beteiligt sind.
Mit der Abgabe des Auslandsgeschäfts soll nun eine strategische Neuausrichtung erfolgen. Geschäftsführer Markus Hupach erklärte, das Unternehmen wolle sich künftig vollständig auf das Kerngeschäft in Österreich konzentrieren. Der Investor der Auslandstöchter werde seinerseits über die weitere Entwicklung der übernommenen Standorte entscheiden.
Parallel dazu prüft das Unternehmen weiterhin die Zukunft des Österreich-Geschäfts. Weitere Entscheidungen und mögliche Maßnahmen sollen in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden. Bereits zuvor hatte die neue Führung Restrukturierungsschritte angekündigt.
Der Hintergrund für die Veränderungen ist ein herausforderndes Marktumfeld im Sporthandel. Hervis verzeichnete in den Jahren 2023 und 2024 Verluste von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro. Im Jahr 2023 belief sich der Verlust inklusive Abschreibungen auf 64 Millionen Euro, 2024 lag er bei rund 43 Millionen Euro. Auch der Umsatz ging zuletzt leicht zurück und sank von 261 auf 253 Millionen Euro. Zahlen für das laufende Jahr wurden noch nicht veröffentlicht.