Im Exklusiv-Interview mit sportsbusiness.at sprechen Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer und Rainer Geier, Geschäftsführer der Laola1-Mutter Sportradar Media Services GmbH, über den neuen TV-Vertrag für die Admiral 2. Liga, die erstmalige Einführung einer Paywall. Und welche Chancen für Sponsoren sich durch die Digitalisierung künftig ergeben.
++ sportsbusiness.at exklusiv von Michael Fiala ++
Lange wurde im vergangenen Jahr verhandelt, dann stand es fest: Laola1 bzw. Sportradar schnappten sich die Exklusiv-Rechte an der medialen Verwertung der Admiral 2. Liga ab der Saison 2026/27. „Der Ausbau der Reichweite soll im Doppelpass mit unserer LAOLA1-OTT-Plattform, in engster Zusammenarbeit mit der Liga und den Vereinen, zusätzliche Umsatz-Potentiale für verbesserte Rahmenbedingungen der Klubs bringen“, hieß es im Juli 2025 in der Aussendung von Laola1.
Wie die konkreten Pläne der Umsetzung nun aussehen, was auf die Fans, Stichwort Paywall, künftig zukommt, wie Sponsoren davon profitieren sollen, und welche Neuerungen zu erwarten sind, darüber sprechen Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer und Rainer Geier, Geschäftsführer der Laola1-Mutter Sportradar Media Services GmbH im Exklusiv-Interview mit sportsbusiness.at.
Welche Sportarten abseits des Fußballs konsumieren Sie im Bewegtbild?
Ebenbauer: Abseits des Fußballs konsumiere ich persönlich vor allem andere Mannschaftssportarten wie Basketball, Eishockey oder Volleyball. Mich interessiert dabei nicht nur das sportliche Ergebnis bzw. Ereignis als vielmehr die Frage, wie diese Sportarten medial inszeniert werden. Gerade internationale Formate, insbesondere aus den USA, zeigen sehr deutlich, dass Sport nicht mehr nur als Spiel verstanden wird, sondern als umfassendes Entertainment-Produkt. Diese Perspektive ist auch für den Fußball relevant, insbesondere wenn es darum geht, junge Zielgruppen langfristig zu erreichen.
Geier: Bei mir ist es ähnlich. Fußball steht klar im Vordergrund, daneben konsumiere ich viel Wintersport, Tennis und Eishockey. Aus beruflicher Sicht ist es spannend, unterschiedliche Ligen und Medienmodelle zu vergleichen. Internationale Beispiele liefern wichtige Impulse, vor allem im Bereich digitaler Distribution und Fan-Interaktion. Viele Entwicklungen, die wir heute im Fußball diskutieren, sind in anderen Sportarten bereits Realität.
Kommen wir zur Admiral 2. Liga. Was war die Zielsetzung der Ausschreibung im vergangenen Jahr?
Ebenbauer: Die zentrale Zielsetzung der neuen Medienrechtsausschreibung war es, die Sichtbarkeit der „Admiral 2. Liga“ weiter zu erhöhen und die positive Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen. Seit der Reform im Jahr 2018 ist es gelungen, alle Spiele live und in voller Länge zu produzieren und auszustrahlen. Das war ein wesentlicher Schritt, um die Liga medial überhaupt erst als eigenständiges Produkt zu etablieren. Inzwischen sehen wir, dass trotz der insgesamt schweren wirtschaftlichen Situation sportlich und bei den Medienerlösen für die 2. Liga eine positive Entwicklung stattgefunden hat.
War für Laola1 nach Erhalt der Ausschreibung klar, dass man wieder ein Angebot abgeben wird?
Geier: Für uns war relativ früh klar, dass wir diesen Weg weitergehen wollen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die „Admiral 2. Liga“ als digitales Produkt sehr gut entwickeln lässt. Gleichzeitig findet eine strukturelle Transformation statt: weg vom klassischen linearen Fernsehen, hin zu digitalen Plattformen, On-Demand-Angeboten und personalisierten Formaten. Diese Entwicklung betrifft den gesamten Sportmarkt und wir sehen die 2. Liga als ideale Plattform, um neue Modelle zu testen und weiterzuentwickeln.
Die 2. Liga hat eine besondere Rolle im österreichischen Fußball. Sie ist eine Drehscheibe zwischen Amateur- und Profibereich und damit auch eine Art Experimentierfeld.
Christian Ebenbauer
Wie beurteilen Sie generell die Transformation in neue digitale Formate?
Ebenbauer: Die 2. Liga hat eine besondere Rolle im österreichischen Fußball. Sie ist eine Drehscheibe zwischen Amateur- und Profibereich und damit auch eine Art Experimentierfeld. Gerade junge Zielgruppen konsumieren Sport heute anders als früher: kürzere Inhalte, mobile Nutzung, Social Media. Darauf müssen wir reagieren, wenn wir langfristig relevant bleiben wollen. Klassische Übertragungsmodelle alleine reichen dafür nicht mehr aus.
Geier: Unser Ziel ist es, näher an ...