Im Exklusiv-Interview mit sportsbusiness.at spricht Philipp Bodzenta, Unternehmenssprecher bei Coca-Cola, über die Entwicklung des Coca-Cola Inclusion Run im Rahmen des Vienna City Marathon, welche Ziele damit verfolgt werden und wie die nächsten Entwicklungsschritte aussehen werden.
+ + sportsbusiness.at exklusiv + +
sportsbusiness.at: Wie ist die ursprüngliche Idee zum Coca-Cola Inclusion Run entstanden und welche Rolle spielte dabei das Thema Inklusion im Unternehmen Coca-Cola Österreich?
Philipp Bodzenta: Die Idee entstand aus unserem Bestreben, ein sichtbares Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Wir wollten nach den so erfolgreichen Special Olympics World Games 2017 in der Steiermark dieses laute Signal für mehr Inklusion nicht verstummen lassen – und was liegt näher, als dies bei Österreichs größtem Sportevent zu tun? Den Vienna City Marathon eröffnen wir mit dem Coca-Cola Inclusion Run heuer schon zum 9. Mal.
Coca-Cola ist bereits seit 1968 Gründungsmitglied von Special Olympics und weltweit eng mit dieser Bewegung verbunden. In Österreich sind wir seit 1929 verwurzelt und sehen es als unsere Verantwortung, über die regionale Wertschöpfung hinaus soziale Impulse zu geben. Inklusion ist für uns kein Randthema, sondern Kern unserer „Miteinand!“-Philosophie, mit der wir die Gemeinschaft stärken wollen. Coca-Cola verbindet Menschen – völlig unabhängig von Alter, Herkunft oder Beeinträchtigungen. Hier gibt es ganz wichtige uns starke Gemeinsamkeiten mit Special Olympics.
sportsbusiness.at: Welche konkreten Ziele haben Sie mit dem Coca-Cola Inclusion Run von Anfang an verfolgt und haben sich diese Ziele im Laufe der Zeit verändert?
Bodzenta: Unser Hauptziel war und ist es, eine Bühne für gelebte Inklusion zu schaffen, auf der Vielfalt als Selbstverständlichkeit gefeiert wird. Es geht darum zu zeigen, dass Bewegung verbindet. Diese Ziele sind über die Jahre konstant geblieben, doch die Dimension hat sich massiv erweitert: Was als kleiner Impuls begann, hat sich zu einer großen Plattform entwickelt, die heute den offiziellen Auftakt des Vienna City Marathon-Wochenendes bildet. Wir haben den Coca-Cola Inclusion Run 2017 ins Leben gerufen, und ein Beleg für den Erfolg dieses außergewöhnlichen Laufs ist, dass es mittlerweile ähnliche Bewerbe bei anderen Veranstaltungen gibt. Das freut uns sehr, denn es kann nie genug für mehr Inklusion getan werden.

sportsbusiness.at: Der Coca-Cola Inclusion Run hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Meilensteine in dieser Entwicklung?
Bodzenta: Ein wesentlicher Meilenstein war die kontinuierliche Steigerung der Teilnehmerzahlen von einer „Handvoll Begeisterter“ auf rund 700 Läufer:innen im Jahr 2024 und schließlich die Rekordmarke von knapp 1.000 Teilnehmer:innen 2025. Auch die Etablierung der Strecke direkt auf der Wiener Ringstraße vor dem Burgtheater war entscheidend für die Sichtbarkeit. Ein aktueller Meilenstein für 2026 ist die Einführung der „Unified Runner“, um echte Begegnungen zwischen Prominenten und Special Olympics Athlet:innen zu schaffen und Inklusion nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar zu machen.
sportsbusiness.at: Welchen Stellenwert hat der Coca-Cola Inclusion Run heute innerhalb des Engagements von Coca-Cola Österreich im Sport und im gesellschaftlichen Bereich?
Bodzenta: Der Lauf ist mittlerweile ein absoluter Fixpunkt in unserem Kalender und eine großartige, soziale Erweiterung unserer Partnerschaft mit dem Vienna City Marathon. Während wir am Sonntag Zehntausende Läufer:innen mit Getränken versorgen und mit Powerade auch den Staffel-Marathon als Presenting-Partner begleiten, setzen wir am Samstag mit dem Coca-Cola Inclusion Run das emotionale Highlight im Bereich des gesellschaftlichen Miteinanders. Er drückt perfekt aus, wofür wir als Unternehmen stehen: Optimismus und Zusammenhalt.
sportsbusiness.at: Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Partnern und der Öffentlichkeit und welche Wirkung konnte der Coca-Cola Inclusion Run bislang erzielen?
Bodzenta: Die Rückmeldungen sind durchwegs überwältigend; viele sprechen vom emotionalsten Moment des gesamten Marathon-Wochenendes. Wir sehen die Freude in den Augen der Teilnehmer:innen, für die der Lauf oft ein ganz persönlicher Erfolg im Zeichen der Inklusion ist. Finanziell erzielen wir eine direkte Wirkung, da die Erlöse – die von Coca-Cola jedes Jahr aufgestockt werden – direkt an Special Olympics Österreich gehen.
Der Lauf ist mittlerweile ein absoluter Fixpunkt in unserem Kalender und eine großartige, soziale Erweiterung unserer Partnerschaft mit dem Vienna City Marathon.
Philipp Bodzenta, Unternehmenssprecher Coca-Cola
sportsbusiness.at: Der Coca-Cola Inclusion Run lebt stark von Partnerschaften. Wie wichtig sind Kooperationen mit Organisationen aus dem Behindertensport für den Erfolg des Formats?
Bodzenta: Diese Kooperationen sind essenziell, um Inklusion glaubwürdig sichtbar zu machen. Starke Teams wie die Special Needs Teams von SK Rapid und FK Austria Wien, der Verein MPS Austria oder das Team Sportpool Wien und natürlich allen voran Special Olympics Österreich bringen eine unglaubliche Energie in die Veranstaltung. Ohne diese Partner und die professionelle organisatorische Unterstützung durch das Team des Vienna City Marathon wäre ein Event dieser Qualität nicht möglich.
sportsbusiness.at: Welche Rolle spielen die Special Olympics in der strategischen Ausrichtung des Laufs und wie hat sich diese Zusammenarbeit entwickelt?
Bodzenta: Special Olympics ist unser strategischer Herzenspartner. Der Coca-Cola Inclusion Run ist eng mit ihrer Mission verknüpft und dient als wichtige Einnahmequelle sowie als Bühne für diese großartige Bewegung. Die Zusammenarbeit hat sich von einer klassischen Förderung hin zu einer tiefen, gemeinsamen Gestaltung von Erlebnissen entwickelt, bei denen die Athlet:innen im Mittelpunkt stehen.
Wir nutzen den Coca-Cola Inclusion Run im April als „Startschuss“, um bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit und Begeisterung für die Nationalen Spiele im Juni zu generieren.
Philipp Bodzentra
sportsbusiness.at: Von 25. bis 29. Juni finden die nationalen Special Olympics Sommerspiele in Wien statt. Welche Bedeutung haben diese Spiele aus Ihrer Sicht für das Thema Inklusion in Österreich?
Bodzenta: Diese Spiele sind ein kraftvolles Signal für die Leistungsfähigkeit von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen. Sie rücken das Thema Inklusion mitten in das Herz der Bundeshauptstadt und fördern den gegenseitigen Respekt in der gesamten Gesellschaft. Es ist eine Chance, Barrieren in den Köpfen abzubauen und die „Flamme der Hoffnung“ weit über den Sport hinauszutragen. Ein großer Dank gilt Bürgermeister Michael Ludwig, der sich sehr dafür eingesetzt hat, dass die Nationalen Spiele nach 28 Jahren wieder in Wien stattfinden.
Mit dem Coca-Cola Inclusion Run haben wir die Tür dazu aufgestoßen. Bürgermeister Ludwig war die vergangenen Jahre vor Ort, hat den Startschuss gegeben und erlebt, welche Emotionen Inklusion auslösen kann – bei den Athlet:innen, den Zuschauer:innen, den Betreuer:innen, den Organisator:innen und natürlich auch den Verantwortlichen der Stadt. Wir freuen uns, wenn diese einzigartige Stimmung Ende Juni über ganz Wien zu spüren ist. Die Zahlen verdeutlichen nicht nur welch großartiges, sondern auch welch großes Event auf uns wartet: 1.800 Sportler:innen, 600 Betreuer:innen, 800 Volunteers, 19 Sportarten in 12 Sportstätten [...]