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Roman Tullis zur Billa-Sponsoring-Strategie: „Gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen“ [Exklusiv]

(c) Privat

Lebensmittelhändler Billa unterstützt dutzende Vereine, unter anderem den Admiral-2. Liga-Klub Admira Wacker oder die Vienna Vikings. Bei allen Sponsorings stehen Nachwuchs oder Inklusion im Vordergrund, wie Partnership Manager Roman Tullis im Interview mit sportsbusiness.at darlegt.

+ + sportsbusiness.at exklusiv - von Georg Sohler + +

Roman Tullis weiß, welche Bedeutung Sport haben kann. Der 39-Jährige kickte neben seinem Beruf im Amateurfußball. Erst 2023 hängte er beim SC Haslau die Fußballschuhe an den Nagel. Davor spielte er unter anderem für den SV Schwechat in der Regionalliga sowie für Klingenbach, St. Georgen und Siegendorf in der viertklassigen Burgenlandliga.

Ansonsten ist er seit 16 Jahren im Unternehmen tätig. Er war bis 2020 im Vertrieb und Aktionsmanagement bei Merkur beschäftigt. Danach wechselte er zu Billa, zunächst ins Instore-Management. 2024 entschied sich Billa dazu, die zuvor nicht zentralisierten Sponsoring-Aktivitäten in Wiener Neudorf zu bündeln. Eine passende Position für einen, der seit eineinhalb Jahrzehnten im Konzern ist und jahrzehntelang selbst Amateurkicker war.

Nach einem halben Jahr Einarbeitungszeit bekleidet Tullis nun seit vergangenem Sommer die Position des Partnership Managers. Welche Ansätze der Lebensmittelhändler heute verfolgt, wer überhaupt unterstützt wird und wie Sponsoring im Jahr 2026 funktioniert, erklärt er im sportsbusiness.at-Interview.


sportsbusiness.at: Herr Tullis, bevor wir uns der Sponsoring-Strategie widmen: Was bringen ehemalige oder aktive Sportler:innen mit, das für Unternehmen besonders wertvoll ist?

Roman Tullis: Ich möchte das nicht verallgemeinern. Aber als Sportler:in ist man meiner Auffassung nach sehr teamfähig, vor allem, wenn man Mannschaftssport betrieben hat. Man lernt, sich in ein Team einzufügen. Am Anfang ordnet man sich eher unter, später lernt man, Verantwortung zu übernehmen und Führung zu zeigen. Ich habe hauptsächlich in der Landesliga gespielt, das bedeutet mehrere Trainings pro Woche und Spiele am Wochenende. Ich war es gewohnt, neben der Arbeit unter Druck Leistung zu bringen. Insofern können Amateursportler:innen meiner Einschätzung nach gut mit Drucksituationen umgehen und ich denke, sie sind leistungsfähiger.

Wenn wir 30.000 Kinder erreichen, multipliziert sich diese Anzahl um die Eltern, Angehörige und Freunde. Somit generieren wir eine enorme Sichtbarkeit und erreichen etwas Gutes, weil die Kinder nicht vor dem Bildschirm sitzen, sondern Sport betreiben.

Roman Tullis, Partnership Manager Billa

sportsbusiness.at: Kommen wir nun zum Sponsoring. Wie sieht die aktuelle Strategie aus?

Tullis: Der Mutterkonzern Rewe war jahrelang Sponsor eines Wiener Profivereins. Wir unterstützen zwar nach wie vor Profivereine, haben uns aber aufgrund unserer gesellschaftlichen Verantwortung entschlossen, gezielt den Breitensport zu fördern. Daraus ist die Strategie entstanden, ausschließlich Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Menschen mit Behinderung in allen Altersklassen zu unterstützen.

sportsbusiness.at: Wen bzw. wie viele Partner hat Billa aktuell?

Tullis: Aktuell arbeiten wir mit 139 Vereinen und Verbänden zusammen, von ganz oben bis ganz unten. Wir sind Premiumpartner der Fivers Handball in Wien sowie im American Football bei den Vienna Vikings. Es gibt eine Kooperation mit dem Segelverband. Im Fußball gehen unsere Nachwuchspartnerschaften von der Admira in der 2. Liga bis in die untersten Klassen. Zudem sind wir Partner der Verbände im Burgenland, Niederösterreich und Salzburg. Hervorheben möchte ich eine besondere Herzensangelegenheit: die Kooperation mit Spielerpass. Dabei handelt es sich um Österreichs größtes Hallenfußballturnier für Menschen mit Behinderung.

sportsbusiness.at: Die Marke Billa hat natürlich als einer der beiden marktbestimmenden Player im Lebensmitteleinzelhandel eine hohe Bekanntheit. Was ist also das übergeordnete Ziel des Sponsorings?

Tullis: Uns geht es um einen positiven Imagetransfer, zudem sind Sport und Ernährung große Themen im Leben der allermeisten Menschen, und als Lebensmittelhändler wollen wir diese beiden Bereiche mit uns als Marke in Verbindung bringen. Der Sport ist zudem ein guter Weg, unser Sortiment noch besser zu positionieren. Letztlich geht es auch darum, dass unsere Mitarbeiter:innen ebenfalls oft eine Bindung zu diversen Sportvereinen und -veranstaltungen haben.

In dem Zusammenhang sind uns langjährige Kooperationen wichtig. Es ist uns zudem ein Anliegen, Regionalität nicht nur in unserem Sortiment darzustellen, sondern tatsächlich zu leben. Es soll bei uns nicht nur Obst oder Gemüse aus der unmittelbaren Umgebung angeboten und Renovierungen von regionalen Handwerkern durchgeführt , sondern eben auch der Sportverein im Dorf unterstützt werden. Das forcieren wir durch unsere selbstständigen Kaufleute bei ADEG und Billa zusätzlich. Alle unsere Mitarbeiter:innen sind die Gesichter in den Regionen und sollen somit auch als Förderer des Sports präsent sein.

sportsbusiness.at: Heißt das dann auch, dass die Billa-Kaufleute, ob selbstständig oder nicht, die ersten Ansprechpartner:innen sind – also ich kann bei mir im Ort zum Billa gehen und wegen eines Sponsorings anfragen? [...]

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