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Britische Regierung unterstützt Verbot nicht lizenzierter Glücksspiel-Sponsoren

(c) GEPA pictures/ AMA sports

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Die britische Regierung plant eine Konsultation zu einem möglichen Verbot von Sponsoringvereinbarungen zwischen Sportvereinen und nicht in Großbritannien lizenzierten Glücksspielanbietern.

Kulturministerin Lisa Nandy bestätigte den Schritt am 23. Februar und bezeichnete die Maßnahme als Frage der Verbrauchersicherheit und der regulatorischen Integrität. Konkret soll verhindert werden, dass Glücksspielunternehmen ohne Lizenz der britischen Glücksspielkommission Sponsoringverträge mit Vereinen – insbesondere aus der Premier League – abschließen. Damit würde eine bisherige Gesetzeslücke geschlossen, die es vor allem ausländischen Marken erlaubte, über Trikots und andere Werbeflächen im englischen Spitzenfußball präsent zu sein.

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Hintergrund der Debatte ist der Fall TGP Europe, ein auf der Isle of Man ansässiger White-Label-Anbieter. Das Unternehmen hatte mehreren auf Asien ausgerichteten Wettmarken den Zugang zum britischen Markt ermöglicht. Nach einer Strafe in Höhe von 3,3 Millionen Pfund durch die britische Glücksspielkommission und der Forderung nach strukturellen Änderungen gab TGP Europe seine Lizenz zurück und zog sich aus dem Markt zurück.

In der Folge standen mehrere Premier-League-Klubs – darunter Fulham FC, AFC Bournemouth, Wolverhampton Wanderers und Burnley FC – vor der Situation, Sponsoren zu haben, die nicht mehr über eine britische Lizenz verfügten. Formal bewegten sich die Vereine im rechtlichen Rahmen, sofern die Angebote nicht für britische Verbraucher zugänglich waren. Politisch sorgte die Konstellation jedoch für Kritik.

Die Regierung argumentiert, dass nicht lizenzierte Anbieter nicht denselben Prüfungen zur finanziellen Tragfähigkeit, zu Werbestandards oder zum Datenschutz unterliegen wie regulierte Unternehmen. Zudem bestehe das Risiko, dass Fans indirekt auf Plattformen ohne ausreichenden Verbraucherschutz gelenkt würden.

Koordinierte Maßnahmen gegen illegalen Markt

Parallel zur Sponsoring-Konsultation wurde eine staatliche Taskforce gegen illegales Glücksspiel eingerichtet. Unter Vorsitz von Baroness Twycross sollen unter anderem Zahlungsdienstleister und Technologieunternehmen wie Google, Mastercard, Visa und TikTok eingebunden werden. Ziel ist es, illegale Werbung zu unterbinden, Zahlungsströme zu blockieren und den Informationsaustausch zwischen Behörden zu verbessern.

Unterstützung kommt vom Branchenverband Betting and Gaming Council (BGC). In einer Stellungnahme heißt es: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Glücksspielunternehmen ohne britische Lizenz Premier-League-Vereine sponsern können. Wenn ein Anbieter die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit des englischen Fußballs nutzen möchte, sollte er die hier in Großbritannien geltenden hohen Regulierungsstandards erfüllen.“

Mögliche Auswirkungen auf Klubs

Für die Vereine der Premier League hängen die konkreten Folgen von der finalen Ausgestaltung der gesetzlichen Regelung ab. Kurzfristig dürften betroffene Klubs ihre bestehenden Partnerschaften prüfen und alternative Szenarien vorbereiten müssen.

Langfristig könnte der Ausschluss nicht lizenzierter – häufig ausländischer – Anbieter den Kreis potenzieller Sponsoren verkleinern. Zugleich stehen lizenzierte Wettunternehmen unter zusätzlichem Druck, da im April 2026 steuerliche Änderungen in Kraft treten sollen, die ihre Budgets weiter belasten könnten.

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