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Historischer Schulterschluss: Sturm und GAK präsentieren gemeinsames Stadionprojekt

(c) GEPA pictures/ Mario Buehner-Weinrauch

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Die beiden Grazer Fußball-Bundesligisten SK Sturm Graz und Grazer AK haben am Mittwoch einen gemeinsamen Vorstoß in der seit Jahren geführten Stadiondebatte präsentiert.

In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz kündigten Sturm-Präsident Christian Jauk und GAK-Obmann Rene Ziesler ein gemeinsames Stadionprojekt an und sprachen von einem sporthistorischen Schritt für den Grazer Fußball.

Unter dem Arbeitstitel „Projekt 20.000“ wollen die beiden Vereine das Stadion gemeinsam errichten und künftig auch betreiben. In den vergangenen Wochen habe man intensiv, aber bewusst abseits der Öffentlichkeit an einer gemeinsamen Lösung gearbeitet. Das neue Projekt soll dabei deutlich günstiger ausfallen als bisher kolportiert: Statt rund 150 Millionen Euro rechnen die Vereine aktuell mit Gesamtkosten von etwa 95 Millionen Euro.

Nach den vorgestellten Eckpunkten soll die Finanzierung zu gleichen Teilen von Land Steiermark und Stadt Graz mit jeweils 37,5 Millionen Euro getragen werden. Die beiden Vereine würden gemeinsam 20 Millionen Euro einbringen. „Angestrebt wird eine Finanzierung, durch die das Land 37,5, die Stadt Graz 37,5 und die beiden Vereine in Summe 20 Millionen einbringen werden“, erklärte Jauk.

Ziesler betonte, dass beide Klubs das Stadion nicht nur gemeinsam errichten, sondern auch als Eigentümer betreiben wollen. Die geplante Errichtungs- und Betreibergesellschaft soll zu gleichen Teilen im Besitz von Sturm und GAK stehen. Als Vorbilder nannte er unter anderem die Stadionprojekte von Rapid Wien und dem LASK. „Beide Vereine haben die Absicht, das Stadion gemeinsam zu errichten und als Eigentümer zu betreiben“, so Ziesler.

Einen konkreten Zeitplan nannten die Verantwortlichen noch nicht. Bereits am Donnerstag ist jedoch eine weitere Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Graz angesetzt, bei der das weitere Vorgehen erörtert werden soll. Die angespannte finanzielle Situation der Stadt sowie die bevorstehende Gemeinderatswahl im Herbst gelten dabei als zentrale Rahmenbedingungen.

Die Stadt Graz begrüßte den gemeinsamen Auftritt der Vereine. Der zuständige Stadtrat Manfred Eber bezeichnete die Einigung als notwendige Grundlage für weitere Fortschritte in der Stadionfrage. Gleichzeitig verwies die Stadt darauf, dass noch zahlreiche Details offen seien. Erwartet werde nun ein belastbares Betreiberkonzept, das als fundierte Entscheidungsgrundlage dienen könne. An der bisherigen Zusage von 30 Millionen Euro für eine Stadionlösung halte die Stadt grundsätzlich fest.

Auch aus der Landes- und Kommunalpolitik kamen Reaktionen. Sportstadtrat Kurt Hohensinner sprach von einem zukunftsträchtigen Weg und forderte rasche Entscheidungen. Vertreter anderer Parteien lobten vor allem die Kostenreduktion und die finanzielle Beteiligung der Vereine, die aus ihrer Sicht neue Voraussetzungen für weitere Schritte schaffen.

Ob und in welcher Form das „Projekt 20.000“ umgesetzt wird, hängt nun maßgeblich von den kommenden Gesprächen zwischen Vereinen, Stadt und Land ab. Fest steht jedoch, dass Sturm und GAK erstmals geschlossen auftreten – ein Signal, das der jahrelangen Debatte um eine Stadionlösung in Graz eine neue Dynamik verleihen könnte.

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