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Jürgen Klopp über sein Engagement bei Red Bull, lange Beziehungen und den Fußball weltweit

(c) Johannes Jank

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In der ServusTV-Sendung Sport und Talk aus dem Hangar-7 hat Jürgen Klopp ausführlich über seine neue Rolle, den internationalen Trainermarkt und persönliche Erfahrungen aus mehr als zwei Jahrzehnten im Spitzenfußball gesprochen.

In der Sendung wurde deutlich, wie stark ihn der Wechsel in seine aktuelle Funktion geprägt hat und wie reflektiert sein Blick auf den Fußball geworden ist. Rückblickend beschreibt Jürgen Klopp sein erstes Jahr als Head of Global Soccer bei Red Bull als außergewöhnlich intensiv: „Das letzte Jahr war sehr intensiv. In diesem einem Jahr habe ich fünf Jahre Erfahrungen gesammelt. Ich bin an einem ganz anderen Punkt als ich vor einem Jahr war und kann deshalb die Dinge viel besser einschätzen und freue mich sehr darauf, was wir in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren noch alles anstellen.“

Aus dieser neuen Perspektive beobachtet er auch den internationalen Trainermarkt deutlich gelassener als früher. Die jüngsten Entwicklungen rund um Xabi Alonso sieht er jedoch kritisch: „Es ist ein Zeichen, dass dort alles nicht zu 100 Prozent richtig ist, wenn Xabi Alonso, der über zwei Jahre in Leverkusen gezeigt hat, welch überragendes Trainertalent er ist, ein halbes Jahr später bei Real Madrid gehen muss.“

Für sich selbst schließt Klopp ein kurzfristiges Zurückkehren auf die Trainerbank klar aus. „Der Trainermarkt wird durchgemischt und es ist nicht schlimm das Ganze mal aus der Beobachterrolle mitzubekommen und nicht darüber nachzudenken, was das für einen selber bedeuten könnte, weil man da, wo man ist, am richtigen Ort ist.“

Die Gründe für sein Engagement bei Red Bull

Seine Entscheidung für Red Bull begründet er vor allem mit dem Wunsch nach einem veränderten Arbeitsrhythmus ohne den Fußball ganz loszulassen. Vom straffen Kalender, den er über 25 Jahre lang gelebt hat, wollte er weg, aber auch nicht ganz aufhören. Die Aufgabe bei Red Bull habe da genau hineingepasst.

Dass er dieses Projekt langfristig angelegt sieht, passt zu seinem eigenen Selbstverständnis und auch zu seinen früheren, langfristigen Projekten: „Ich habe mich auf die Aufgabe, die ich jetzt habe, eingelassen. Ich habe Menschen kennengelernt, denen gegenüber ich mich verantwortlich fühle. Ich bin sieben Jahre in Mainz geblieben, obwohl ich jedes Jahr wechseln hätte können, bin sieben Jahre in Dortmund geblieben, obwohl ich relativ häufig woanders hingehen hätte können und ich hätte in Liverpool, wo ich nicht so viele Anfragen hatte von anderen Vereinen, schon früher aufhören können. Also ich mag lange Beziehungen und die bei Red Bull hat gerade erst angefangen.“

In seiner aktuellen Funktion beschäftigt er sich intensiv mit unterschiedlichen Fußballkulturen weltweit – und lernt dabei täglich Neues: „Jeder hatte seine Vorstellungen über den brasilianischen Fußball, wenige haben richtige Vorstellungen vom japanischen Fußball und man hat irgendwie eine Idee was in den USA so abläuft, aber die haben eine ganz verrückte Liga-Struktur und Regeln, die ich heute noch immer nicht zu hundertprozentig verstanden habe. Daher ist jeder Tag neu und auch spannend.“

(c) Johannes Jank

Sein Blick auf den Fußball weltweit

Deutlich kritischer fällt sein Blick auf die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga aus: „Es spricht nicht für die Bundesliga, dass die Bayern auf diese Art und Weise Spiele gewinnen können.“ Auch das internationale Geschehen lässt ihn nicht kalt – etwa bei großen Turnieren.

Über das österreichische Team und dessen Spielanlage fand er anerkennende Worte: „Ralf Rangnick ist ein außergewöhnlich toller Kollege. So ein Spiel liebt er hundertprozentig. Sich gut organisieren, gut aufstellen und dann den Argentiniern mal ab und zu den Stock in die Speichen halten. Daran hat er einen Riesenspaß.“

Bei aller Liebe zum Fußball ist es aus seiner Sicht allerdings mittlerweile zu viel Fußball: „Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Es ist wundervoll, dass Curacao an einer WM teilnehmen kann, aber 104 Spiele und 48 Mannschaften ist schon auch verrückt. Es wird einfach zu oft, zu lange und zu viel auf den Rücken der Spieler ausgetragen. Es war eine Klub-WM im letzten Jahr, jetzt ist die Weltmeisterschaft, dann wahrscheinlich wieder eine Klub-WM, dann kommen die EURO und die Copa America – es ist zu viel Fußball, das steht außer Frage. Irgendwann muss das mal geregelt werden.“

Zum Abschluss ließ Klopp noch einen Seitenhieb auf das große Fußballtheater rund um Weltmeisterschaften folgen: „Zwei der größten Selbstdarsteller der Welt auf einer Bühne – wo soll das hinführen?“

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