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Baltimore verklagt FanDuel und DraftKings wegen Werbetaktiken und fehlender Schutzmaßnahmen

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Die Stadt Baltimore hat am Donnerstag Klage gegen die führenden Online-Sportwettenanbieter FanDuel und DraftKings eingereicht. Die Unternehmen sollen laut Anklage Nutzerdaten dazu verwendet haben, gezielt Glücksspielabhängige anzusprechen und deren Suchtverhalten zu befeuern.

Wie The Athletic berichtet, wirft die Klage den Anbietern vor, bewusst auf Schutzmaßnahmen zu verzichten, die in anderen Ländern vorgeschrieben sind, in denen sie operieren. Die Klage, bei der auch Baltimores Stadtjuristin Ebony Thompson als Klägerin auftritt, beruft sich auf die Glücksspielgesetze des Bundesstaates Maryland. Demnach hätten FanDuel und DraftKings gegen ein Verbot von Praktiken verstoßen, „die sich negativ auf die Öffentlichkeit auswirken können“.

„DraftKings und FanDuel haben versucht, ihre Profitabilität durch Betrug zu sichern – mit dem Ziel, so viele Nutzer wie möglich anzulocken, zu binden und letztlich auszubeuten“, heißt es in der Klageschrift.

Baltimores Bürgermeister Brandon Scott äußerte sich in mehreren Medien deutlich zur Klage: „Diese Unternehmen verfolgen fragwürdige Geschäftspraktiken, und die Menschen in unserer Stadt zahlen den Preis dafür. FanDuel und DraftKings haben gezielt unsere am stärksten gefährdeten Bewohner angesprochen – darunter Personen mit Spielsucht – und dadurch erheblichen Schaden angerichtet. Diese Klage ist ein entscheidender Schritt, um sie zur Rechenschaft zu ziehen und die Menschen in Baltimore zu schützen.“

Laut Klageschrift wurden zwischen Juli 2023 und Juni 2024 in Maryland mehr als fünf Milliarden US-Dollar gewettet. Seit Oktober 2024 lagen die Wetteinsätze aus dem Bundesstaat bei über 3,7 Milliarden US-Dollar. Zusammen halten FanDuel und DraftKings laut einem Bericht von LinkedIn aus dem März 2025 rund 70 bis 75 Prozent des US-Online-Wettmarktes.

FanDuel erklärte am Freitag: „Wir äußern uns nicht zu laufenden Verfahren, sind jedoch zuversichtlich, dass unser Unternehmen im Einklang mit allen Gesetzen agiert, einschließlich der Vorschriften der Maryland Lottery and Gaming Control Commission.“ DraftKings lehnte einen Kommentar ab.

Kern der Klage ist der gezielte Umgang der Unternehmen mit Nutzerdaten. Zwar erheben die Anbieter umfangreiche persönliche und finanzielle Informationen, nutzen diese laut Stadtverwaltung aber nicht, um riskantes Wettverhalten oder Suchtanzeichen zu erkennen. Die Kläger argumentieren, dies zeige deutlich, dass Gewinnmaximierung über Schadensvermeidung gestellt werde.

„Angesichts der Datenmenge, die den Unternehmen zur Verfügung steht, erlaubt es ihnen das bewusste Unterlassen von Einkommensüberprüfungen, sich auf Unwissenheit zu berufen – oder sich bestenfalls absichtlich unwissend zu geben“, heißt es in der Klage. „So können sie behaupten, nicht zu wissen, ob Mitglieder ihrer VIP-Programme spielsüchtig sind – während sie gleichzeitig detaillierte Verhaltensdaten sammeln, mit denen sie gezielt die Schwächsten ansprechen.“

Auch die aggressive Bewerbung durch SMS, Push-Nachrichten und In-App-Mitteilungen wird kritisiert. Diese würden Nutzern eine „falsche Vorstellung von ‚Gratiswetten‘ vermitteln oder den tatsächlichen finanziellen Einsatz deutlich verharmlosen“. Solche Taktiken seien besonders gefährlich für junge Menschen und Personen mit Suchtproblemen, die die Details der Angebote nicht hinterfragen.

Die Klage verweist außerdem auf eine Studie aus dem Journal of Gambling Studies von 2016, wonach Partner von Spielsüchtigen eine 10,5-mal höhere Wahrscheinlichkeit haben, mit körperlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert zu werden als Partner von Alkoholabhängigen. Kinder aus Haushalten mit Glücksspielproblemen seien zwei- bis dreimal häufiger von Missbrauch betroffen.

Die Stadt Baltimore fordert neben Strafzahlungen auch, dass FanDuel und DraftKings ähnliche Schutzmaßnahmen wie in Großbritannien einführen – darunter verpflichtende Überprüfungen finanzieller Belastbarkeit und verstärkter Schutz für unter 25-Jährige.

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